Bericht des Präsidenten zu seiner Amtszeit 2006-2009 (Bundeskonferenz 2009)
Geschichte bzw. Vorgeschichte des GMF: Der Gesamtverband Moderne Fremdsprachen ist das Ergebnis eines 15jährigen, auch schmerzhaften Entstehungsprozesses, an dessen Ende die Selbstauflösung eines großen Mehrsprachen-Verbandes, des Fachverbandes Moderne Fremdsprachen (FMF), stand. Der GMF gibt aber nicht allein dem Willen der monolingualen Verbände – Deutscher Spanischlehrer-Verband (DSV), Vereinigung der Französischlehrerinnen und –lehrer e.V. (VdF), Fachvereinigung Niederländisch (FN) und des Fachverbandes Chinesisch (FaCH) – Ausdruck, sondern er entspricht als von vornherein auf Mehrsprachigkeit ausgelegter Verband auch dem Wunsch derer, die sich in erster Linie der Mehrsprachigkeit verpflichtet fühlen. Zugleich beendet er den Zustand eines Gegeneinanders von sich in der Wirkung neutralisierenden monolingualen Interessen. Ein solcher Verband ist nach der Auffassung (fast) aller Experten die bessere Konstruktion, um die gemeinsamen Interessen der Fremdsprachenverbände zu organisieren und zu vertreten. Nach der Auflösung des FMF – der Eintritt der monolingualen Verbände in den FMF hatte sich als nicht realisierbar erwiesen – entstanden neue Verbände: Deutsch im GMF, Englisch&Mehrsprachigkeit (E&M) sowie Russisch&Mehrsprachigkeit (R&M). Der GMF versteht sich heute als ein Dachverband, dessen Verbandszweck es ist, die politischen Interessen der Fremdsprachen nach außen zu vertreten, die Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte fremder Sprachen zu fördern sowie die Kommunikation zwischen den Lehrpraxen des Fremdsprachenunterrichts und den Wissenschaften vom Lernen und Lehren fremder Sprachen zu verstärken. Selbstverständlich will sich der GMF sowohl föderal als auch national, aber auch in Europa Gehör verschaffen.
Die schwierige Geburt des GMF, der den Ehrgeiz hat, in die großen Fußstapfen des Deutschen Neuphilologenverbandes (1886-1972), aber auch des FMF zu treten – mutatis mutandis lebt dieser im GMF weiter, allerdings im Verein mit den weitgehend selbstständigen monolingualen Verbänden – spiegelt sich auch in der nach der gestrigen Bundesversammlung (am 10.10.2009) nun nicht mehr gültigen Satzung des GMF, die noch an einigen Stellen die Spuren der alten Kontroversen zwischen den gegenläufigen Wünschen und Befürchtungen der Verbände zeigte. Doch ist diese Zeit vorbei! Um den GMF handhabbarer und effizienter zu machen, wurde diese Satzung nun mit Hilfe der Juristen konziser und griffiger gemacht und in dieser Form von der Bundeskonferenz, dem ‚Souverän’ des GMF, einstimmig beschlossen.
Die alte Satzung des GMF wurde so verändert, dass sie die einzelnen Verbände auf ihrem jeweiligen Feld in ihrer Unabhängigkeit und relativen Autonomie belässt und ihnen zugleich jedoch alle Vorteile der Synergie bietet, die sich aus dem Zusammengehen und dem Zusammenstehen der Verbände ergeben. Dabei hatte die alte Satzung des GMF bereits in ihrer jetzigen Form die juristischen Hürden bestanden, um als Verein im rechtlichen Sinne zu gelten. So konnte der GMF auch bereits den Status der Gemeinnützigkeit erwerben. Die fachkundigen Juristen rieten dennoch, wie gesagt, zur Revision. Die jetzige Form – Stichwort: schlanke Satzung – ist viel handhabbarer und in entscheidenden Punkten klarer. Vieles von dem, was die ursprüngliche Satzung so schwer machte, wird nun über das Institut der Vereinsordnungen gefasst. Die inhaltlichen Vereinbarungen zwischen den Verbänden blieben von den Veränderungen unberührt.
Die bisherige Bilanz des GMF weist (vorläufig) nur einen relativen Erfolg aus. Vor allem ist der Mitgliederschwund, der sich mit der Auflösung des FMF verbindet, bis heute noch nicht verschmerzt. Zwar wächst E&R, doch hat der Verband noch nicht die Grenze von 1000 Mitgliedern überschritten – für einen Englischverband ist dies bitter; ebenso für den GMF, der ja ein ganz vitales Interesse an starken Mitgliedsverbänden hat. Dabei wächst E&M schnell. Viel Energie geht also weiterhin in den Aufbau von E&M, wofür ich an dieser Stelle zuvorderst Konrad Schröder und allen in E&M Engagierten danke; aber auch in den Aufbau von Landesverbänden, die sowohl aus den FMF-Landesverbänden als auch aus denen der monolingualen Verbände zusammenwachsen und sich auf regionaler Ebene um den Aufbau von E&M bemühen. Zu nennen sind Personen, die zusammen mit anderen (die ich an dieser Stelle gar nicht alle erwähnen kann) die wichtige Arbeit leisten: Walther Christ in Bayern, Christoph Edelhoff und Petra Stephanblome in Hessen, Chistine Heyer in Sachsen-Anhalt, Marcus Reinfried in Baden-Württemberg, Gustav Dettmer im Saarland. Obwohl sich viele Hindernisse noch der Bildung von Landesverbänden, juristisch handelt es sich um Zusammenschlüsse der regionalen Vertretungen der GMF-Verbände, entgegenstellen, zeichnen sich auf der Ebene der regionalen Arbeit immer mehr Erfolge ab. So wachst der GMF auch von ‚unten’ her zusammen.
Einem Dachverband mit hoher Interaktivität zwischen den Verbänden – diese ist notwendig, um den Gedanken von l’union fait la force zu realisieren –, kann dem GMF das Schicksal jedes einzelnen seiner Verbände nicht gleichgültig sein. In gewisser Weise ist der GMF ja auch die Solidargemeinschaft der Verbände. Er ist also von einem Solidargedanken getragen (aber nie in nur eine Richtung!). Deshalb nun eine Blick auf die Verbände: Als Verband der Fremdsprachenverbände benötigt der GMF zunächst Verbände, also Organismen mit Vereinsstatus. Dieses Gebot führte dazu, dass sich ehemalige FMF-Sprachgruppen erst zu Verbänden mausern mussten. Man sieht also, im Verein mit dem zu E&M Gesagten, welche großen Anstrengungen mit der Entstehung des GMF verbunden waren und wie viele Kräfte dadurch gebunden wurden. Vor diesem Hintergrund ist die Entstehung von Deutsch im GMF zu begrüßen. Dies betrifft vor allem die verbandliche Organisation von Mitgliedern, denn ein Verein hat nicht nur eine ordnungsgemäße und rechtsgültige Satzung, sondern auch Mitglieder. In ähnlicher Situation befand sich der Verband Russisch&Mehrsprachigkeit (R&M). Nachdem sich der Deutsche Russischlehrer-Verband (DRV), obwohl er an den zum GMF führenden Gesprächen beteiligt war, entschlossen hatte, nicht Mitglied des GMF zu werden, gründete sich aus dem Russischlehrerband heraus R&M unter Dr. Christine Heyer. Natürlich ist auch E&M zu nennen. Diese Formation hat den Vorteil, bundesweit von erfahrenen ehemaligen FMF-Mitgliedern unterstützt zu werden, die nun den Aufbau von E&M befördern.
Wer jemals den Aufbau eines neuen Verbandes beobachtet hat, weiß, dass dies enorme Kraft kostet und dass die Aufbauarbeit nie wirklich abgeschlossen ist. Dies erklärt auch mögliche Defizite des Gesamtverbandes, welche die Einzelverbände ‚in nicht ganz einfacher Situation’ in den GMF hineintragen. Damit ist das innere Funktionieren des GMF angesprochen: Dieser kann nur funktionieren (und existieren), wenn alle Verbände die Prinzipien von Gleichheit und Transparenz anerkennen und diesen in der Praxis folgen. Was dies konkret heißt, lässt sich daran ablesen, ob die Verbände den zugesagten Verpflichtungen nachkommen. Hier liegt zurzeit noch einiges im Argen.
Vor allem aber schmerzt, dass es bis heute immer noch nicht gelungen ist, die Mitglieder der GMF-Verbände mit dem GMF-Jahrbuch Die Neueren Sprachen zu beliefern. Das Fehlen dieses wichtigen GMF-Leistungsanteils war dem Präsidium Grund und Anlass, einen erheblichen Anteil der vereinbarten Annuität für das laufende Jahr bei den Verbänden zu belassen. Wie sie sehen, war das Präsidium des GMF daran interessiert, seine Finanzierung im Gegenzug für Leistung zu definieren. Nicht anders: weniger Leistung, weniger Beitrag. Natürlich handelt es sich nicht um eine die Zukunft bindende Konvention. Und dies heißt auch nicht, dass die GMF-Verbände ein Anrecht auf Reduktion der Leistung hätten, wenn ihnen das eine oder andere am GMF nicht gefällt.
Deshalb nochmals meine Mahnung an die betroffenen Verbände, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Im selben Atemzug darf ich die Vorsitzenden um ihre Jahresberichte, soweit diese noch ausstehen, an den GMF bitten, die dann natürlich dem Erweiterten Präsidium und der Bundeskonferenz 2010 vorgelegt werden sollen. Auch dies – Transparenz schafft Vertrauen! – entspricht dem Solidargedanken. (Ich erwähne dies an dieser Stelle, um den Leserinnen und Lesern, d.h. den Mitgliedern der GMF-Verbände vor Augen zu führen, wie der GMF funktioniert.)
Natürlich sind die miteinander verbundenen GMF-Verbände auch aneinander interessiert. Der GMF ist die Drehscheibe, entsprechende Informationen auszutauschen. Dies erklärt die folgende Bemerkung: Äußerst stark betroffen von Veränderungen war die VdF. Sie hat nicht nur einen großen nationalen Kongress, von dem noch zu sprechen sein wird, hinter sich. Sie hat auch ihrer bewährten Vereinszeitschrift französisch heute ein neues Format und ein schöneres Layout gegeben. Hierzu waren erhebliche Anstrengungen erforderlich: neuer Hersteller, neue Kostenkalkulation, Anstieg der Herstellungskosten. Hinzu kam der Umzug der Geschäftsstelle und die Umstellung des Einzugsverfahrens der Mitgliedsbeiträge. Während zuvor diese wichtige Aufgabe von einem Verlag besorgt wurde, nimmt die VdF diese nun in die eigenen Hände. All dies erklärt, dass die VdF vorübergehend in einen finanziellen Engpass geraten ist, aber es deutet sich bereits eine Besserung an.
Alles andere als einfach gestaltete sich die Herauslösung des FMF aus dem sich bildenden GMF. Dies betraf nicht zuletzt finanzielle Ansprüche, die seitens des GMF zu stellen waren. Dies ergab sich daraus, dass der FMF ja noch für den Kongress von Nürnberg Finanzierungen geleistet, aber auch empfangen hatte; ebenso wie die anderen Verbände. Es handelte sich um Leistungen, die dem GMF gehörten. Diese Leistungen mussten verrechnet werden. Die Komplexität wurde dadurch nicht einfacher, dass ehemalige Fachgruppen des FMF, die jetzt im GMF sind, ihrerseits wiederum Ansprüche an den FMF stellten, der sich ja auf dem Kongress von Leipzig (2008) formal aufgelöst hatte. Nach Prüfung der Kasse konnte der FMF-Schatzmeister seitens des GMF für dessen Ansprüche an den FMF entlastet werden.
Der GMF hat bereits jetzt eine junge Erfolgsgeschichte. Hierzu gehört der erste nationale Kongress, der im vorigen Jahr an der Leipziger Universität stattfand. Erwin Tschirner und Norbert Schlüter waren vor Ort für die Organisation verantwortlich. Das Team arbeitete vorbildlich. Der Leipziger Kongress mit namhaften Referenten aus dem In- und Ausland wurde von ca. 700 Personen besucht und war, wie gesagt, ein durchschlagender Erfolg. Es zeichnet sich nunmehr ab, dass der GMF den vereinbarten Zweijahres-Rhythmus wird einhalten können, denn für das nächste Jahr hat Frau Kollegin Christiane Fäcke (Didaktik der romanischen Sprachen und Literaturen) Verantwortung für den nunmehr zweiten nationalen GMF-Kongress übernommen. Schon hier sei ihr für dieses Engagement der Dank des GMF bzw. des vormaligen Präsidiums ausgesprochen. Des Weiteren fanden und finden GMF-Kongresse in Halle/LV Sachsen-Anhalt, Gießen/LV Hessen, Saarbrücken/ LV Saarland, Freiburg/LV Baden-Württemberg und demnächst in Nürnberg/LV Bayern statt. Wie man sieht, sind die neuen Landesverbände sehr aktiv! Hervorgehoben sind in diesem Zusammenhang zu nennen Dr. Christine Heyer (R&M, Sachsen-Anhalt), Jürgen Sander und Hélène Martinez (DSV und VdF Hessen), Gustav Dettmer und Julitte Ring (E&M und VdF Saar), auch NRW hat einen GMF-Tag versucht, bei dem u.a. der DSV sehr aktiv war, Ursula Vences (DSV) ist wieder einmal zu danken, die allerdings die VdF im Bunde vermisste. Hier sind offensichtlich noch ‚Findungsprozesse’ im Gange. Wie könnte es in solcher Situation – bundesweit gesehen – anders sein? – Offensichtlich ist der GMF noch in der Phase des Entstehens. Nur mit Einschränkung kann der GMF daher schon jetzt mit dem Maß eines schon ‚eingefahrenen’ Dachverbandes gemessen werden.
Vor diesem Hintergrund ist auch jenen zu danken, die den GMF durch ihr know how gestützt haben und ihm Zeit schenkten. Dies betrifft in bunter Folge zunächst den Webmaster Stefan Langer und den Schriftführer Gustav Dettmer, ebenso die bisherige Schatzmeisterin des GMF Jeanne Nissen, die Vorsitzenden der GMF-Verbände Prof. Dr. Walther Bernecker (DSV), Prof. Dr. Hermann Funk (Deutsch im GMF), Dr. Christine Heyer (R&M), Dr. Andreas Guder (FaCh), Prof. Dr. Jürgen Mertens (VdF), Prof. Dr. Konrad Schröder (E&M). Natürlich denke ich bei der Nennung dieser Namen auch an die vielen Kolleginnen und Kollegen, die hinter den genannten Funktionsträgern und Vorsitzenden stehen. Was wäre ein Verband ohne seine Vorsitzenden, aber was wären diese ohne die Mitstreiter und alle wiederum ohne die Mitglieder? Vielleicht haben Sie bis jetzt, liebe Kolleginnen und Kollegen, weitere Verbände im GMF vermisst? Die Fachvereinigung Niederländisch hat ihre Bereitschaft zum Eintritt in den GMF bekundet, der Deutsche Italienistenverband (DIV) hat sein Interesse am Beitritt wiederholt zum Ausdruck gebracht, jedoch die Bedingungen für die Mitgliedschaft – die natürlich für alle Verbände einheitlich sein müssen – nicht akzeptiert. Der bevorstehende Augsburger Kongress und die angestrebten des GMF wird die Attraktivität des GMF für diese Verbände weiter erhöhen. Dass der GMF ein Verband aller Sprachen sein will, bedarf keiner besonderen Betonung.
Betrachten wird nun den GMF nicht nur in den Grenzen des Gesamtverbandes, sondern jenen seiner Verbände, denn mit guten Gründen wollten ja die Einzelverbände ihr bewährtes Engagement für ihre Sprachen auf ihren jeweiligen Feldern fortführen. Blicken wir also auf die hervorzuhebenden ‚events’: Zu nennen ist der Internationale Deutschlehrer-Tag (IDT) mit mehreren tausend teilnehmenden Lehrerinnen und Lehrern für Deutsch aus der ganzen Welt, der vom jetzigen Präsidenten Hermann Funk an ‚seiner’ Universität in Jena veranstaltet wurde, und zwar in seiner Funktion als Leiter des dortigen Instituts für Auslandsgermanistik. Ebenso ist der nationale VdF-Kongress zu erwähnen, der ebenfalls an der Universität Jena im März dieses Jahres veranstaltet wurde. Federführend tätig waren die Kollegen Marcus Reinfried vor Ort und Jürgen Mertens, der Vorsitzende der VdF. Mit diesem Kongress konnte die VdF an die großen deutsch-französischen und an die nationalen Kongresse aus den 1990er Jahren anknüpfen. Auch der DSV hält den Vergleich aus, was die nationalen Kongresse betrifft. Dies zeigen die Hamburger Jornadas hispánicas, welche erst vor wenigen Wochen stattfanden. In Hamburg wurde der längst bewährte Vorstand des DSV unter Walther Bernecker, Ursula Vences und Andrés Martín bestätigt. Neben diesen Kollegen sind natürlich dankend die Veranstalter ‚vor Ort’ zu erwähnen: Wolfgang Menzel Hartmut Otto, Chus Mateo Sanz und Anne Michelsen. Und blicken wir ins vorletzte Jahr zurück, dann erinnern wir uns an die Fachtage für die Lehrkräfte des Japanischen in Speyer. Wie man sieht, geschieht in den GMF-Verbänden eine Menge. Umso schöner ist es, wenn sie sich alle im nächsten Jahr wieder zu einen weiteren nationalen gemeinsamen Kongress in Augsburg zusammenfinden.
Auch im europäischen Rahmen war der GMF aktiv und hat sich sichtbar gemacht. So trug der Europabeauftragte des GMF, Konrad Schröder, in zahlreichen internationalen Gesprächen die Positionen des GMF vor. Der GMF ist Mitglied der Fédération Internationale des Professeurs des Langues Vivantes (F.I.P.L.). Während der Etats Généraux du Multilinguisme zu Zeiten der französischen EU-Präsidentschaft waren die Mitglieder des Präsidiums – allerdings unabhängig von einander, und zwar als Experten eingeladen (im Klartext: also ohne GMF-Geld) – in Paris und sie haben dort auch Angelegenheiten des Fremdsprachenunterrichts zur Sprache bringen können. Auf der anderen Seite entscheiden sich in unserem föderalen Bildungssystem immer auch wichtige Dinge vor Ort in den Ländern. Hier sind die Landesverbände aktiv, wie jüngst in Hessen, um Gespräche mit den Vertretern aus den Ministerien zu führen. Wie man sieht, verfügt der GMF über ein breites personales und kompetentes Netzwerk, um im Interesse der Sprachen zu wirken. Es würde hier viel zu weit führen, dieses im Detail zu erläutern.
Besonders freue ich mich sagen zu können, dass mit der Wahl von Herrn Prof. Dr. Mario Oesterreicher – Professor für Romanische Sprachen und Englisch an der Westsächsischen Hochschule Zwickau, vormals an der Uni Nürnberg-Erlangen und Mitherausgeber der Zeitschrift Fremdsprachen und Hochschule – ein Vertreter der jüngeren Generation im Präsidium des GMF vertreten ist. Zugleich signalisiert seine Wahl eine Öffnung des GMF, auch über den schulischen Fremdsprachenunterricht hinaus.
Abschließend sei dem scheidenden Präsidenten noch ein Blick in die Zukunft erlaubt:
1. Als vordringliche Aufgabe ist die Herausgabe von DNS zu lösen.
2. Ebenso vordringlich muss ein Ausgleich der Zahlungen zwischen den Verbänden an den GMF hergestellt werden, und zwar entsprechend den gemeinsam beschlossenen und von den Mitgliedsverbänden ratifizierten Regelungen.
3. Der nationale Kongress in Augsburg sollte ein für den GMF in jeder Hinsicht Gewinn bringender Kongress werden.
4. Weiterer Ausbau der transversalen Arbeitsgemeinschaften. Sie betreffen Themen, die über das Interesse der Einzelzielsprachen hinausgehen. Gerade aber diese sind wichtig für die weitere Entwicklung des Fremdsprachenunterrichts: Kompetenzorientierung, Ausbildung und Fortbildung, Sprachenpolitik usw. Wenn dieser Ausbau bislang noch nicht wirklich funktioniert hat, so bietet ‚Augsburg’ eine gute Chance, dies zu verbessern. Diese Struktur wird die Verbindung des GMF zu den an den Hochschulen verorteten Fremdsprachendidaktiken stärken.
5. Weiterer Ausbau von Aktivitäten auf Landesebene, Stichwort Landesverbände des GMF.
6. Integration weiterer Verbände in den GMF.
7. Die reformierte Satzung gibt dem GMF die notwendige Flexibilität, um auf neue Herausforderungen zu reagieren. Die Erstellung von Vereinsordnungen in den Bereichen regionale Arbeit (Landesverbände), Beitragsordnung usw. wird ebenfalls ein Teil der Arbeit der nächsten Jahre sein.
8. Definition von verbindlichen Leitlinien für die Haltung des GMF nach Außen: Es geht juristisch nicht an, dass der GMF fremden Verbänden dieselben Vorteile gewährt wie den eigenen. GMF-Kongresse sind daher ausschließlich als Kongresse der GMF-Verbände zu deklarieren und durchzuführen. Eine Veruntreuung von Mitgliedsbeiträgen wäre dann gegeben, wenn der GMF allen Verbänden gleiche Leistungen anbietet, ohne auf die Unterschiede zwischen den ja zahlenden Mitgliedsverbänden und den nicht zahlenden (Trittbrettfahrern?) zu achten.
Meine Damen und Herren, in bin nun am Ende meines Kurzberichts angekommen. Vor ca. vier Jahren habe ich – auf einstimmigen Wunsch aller beteiligten Verbände – das Amt des ersten Präsidenten des in Gründung befindlichen GMF für eine Amtsdauer von zwei Jahren übernommen, unterstützt von den Mitgliedern des GMF-Vorstandes Hermann Funk, Konrad Schröder sowie von Wolfgang Weber, dann von Jeanne Nissen im Schatzamt; optiert wurde des Weiteren Walther Bernecker, Gustav Dettmer als Protokollführer und Stefan Langer als Webmaster. Das Präsidium hat von Anfang an Transparenz gegenüber allen seinen Verbänden hergestellt: So entstand das Erweiterte Präsidium, in dem die Vorsitzenden der Verbände qua Amt vertreten sind. Auf diese Weise kamen vorübergehend Petra Burmeister, Erwin Tschirner und auf Dauer Jürgen Mertens und Andreas Guder (die kleinere Japanisch-Gruppe ist weiterhin eingeladen) hinzu. Es ist nun an der Zeit, den Stab an den neuen Präsidenten, Hermann Funk und dem als seinen Nachfolger designierten Mario Oesterreicher weiterzureichen. In ihrer Funktion als Inhaberin des Schatzamtes wird dem Präsidium auch Dr. Hélène Martinez angehören. – Allen, die sich in der Zeit meiner Präsidentschaft die Sache des GMF – und ich meine sagen zu dürfen: der GMF-Verbände unterstützt haben – gehört mein aufrichtiger Dank.
Franz-Joseph Meißner
Präsident GMF (2006-2009)
Leihgestern, den 12.10.2009
[1] Leicht veränderte Fassung meines vor der Wahl des neuen Präsidiums gehaltenen Berichts.